Das gemeinsame öffentliche Zeigen von diversen Formen, aus den Bildern schon fast vergessener Maler, durch junge Leute von Heute, die auch gerne malen, aber eben nicht nur. // A painting, consisting of various forms, carried by various people.

Das gemeinsame, öffentliche Vortragen von Formen, aus den Bildern von schon fast vergessenen Malern,
durch junge Leute von Heute, die auch gerne malen,
aber eben nicht nur.
Performance-still (c-print kaschiert auf Alu-dipond)
50x70cm
Auflage: 5 Stk.
2012

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A painting, consisting of various forms,
carried by various people.
Performance-still (c-print mounted on alu-di-pond
50x70cm
ed. 1/5
2012

P5150347The forgotten forms_empty form_empty action_the surreal public constructivist happening

Warum nicht Formen aus Bildern fast vergessener Maler in tragbare Transparente verwandeln? Formen, die ansonsten auch weiterhin in Bücherregalen vor sich hinschlummern würden? Warum nicht Farbflächen aus den Kompositionszusammenhängen ihrer Bilder reissen und damit den Blick auf die Stadt verändern?

Der Umzug, die Demonstration, ist als Medium schon per se politisch konnotiert. Wie nirgendwo sonst erwarten sich davon Passanten, Leute und Betrachter „Sinn“, „Botschaften“,
und dichte Anhäufungen lesbarer Zeichen. Konfrontiert man jedoch diese Art des Auftretens in einem surrealen öffentlichen Spiel mit Formen, die sich einer schnellen Deutbarkeit
entziehen bzw. eine symbolische Lesbarkeit nur vortäuschen, entsteht ein aussergewöhnlicher ästhetischer Moment des Absurden, der jeden pragmatischen Sinn aushebelt und die Logik dichotomer Stereotypen von „links“ und „rechts“ unterläuft. In diesem Fall dient der öffentliche Raum als der metaphorische „Operationstisch“ der visuellen Sprache, auf dem sich nicht zusammengehörige Formen und Zeichen treffen können wie bei den Surrealisten die Nähmaschine und der Regenschirm auf dem Seziertisch.

So schieben sich plötzlich abstrakte Elemente aus konstruktivistischen Bildern zwischen Logos und Werbung und zersetzen, wenn auch nur für kurze Zeit, deren Bedeutungs-
struktur. Für diese Performance bat ich befreundete Künstler und Bekannte aus verschiedenen Bildbänden(1 )der unten angefürten Maler(2) einzelne Bilder auszuwählen, um dann wiederum aus diesen ausgewählten Abbildungen singuläre Formen auszuwählen, die ich daraufhin vergrösserte, aus Holz ausschnitt und daraus Transparente baute. Somit funktioniert die Identifikation des Einzelnen mit seinem „Transparent“ nicht über den Symbolgehalt, die „message“, sondern über die Auswahl einer Form und einer Farbe, also eher demoptischen Reiz.

THE MEDIUM IS THE MASSAGE .

Wir vereinbarten einen Termin für einen Rundgang, legten eine Route fest, jeder trug seine ausgewählte Form, um die Blickachsen auf die Stadt zu brechen und vergessene For-
men wieder ans Tageslicht zu befördern. Wir gingen ruhig durch die Stadt, ohne viel Aufhebens. Keine Slogans, keine Nachrichten, keine Anklagen. empty action. passive action.
Aber Konfrontation auf subtiler Ebene. Distanzen zurücklegen, Formen zeigen.
Die Auswahl der Künstler und Bücher, aus denen Formen entnommen wurden, bezog sich einerseits auf deren Ort der Ausbildung – die Universität für angewandte Kunst ( im
Falle von Erika Giovanna Klien und Karl Steiner), wo in der Lehre der 1920er Jahre starke konstruktivistische Tendenzen vorhanden waren, andererseits habe ich( bis auf 2 Aus-
nahmen) versucht, mir noch völlig unbekannte Künstler auszuwählen.
Setzten sich die Konstruktivisten das hohe Ziel, im Sinne einer modernistischen Zusammenführung von Kunst und Leben gestaltend auf die Zukunft der Gesellschaft einzuwirken, so glaube ich, dass in der zeitgenössischen Kunst von heute eher eine Bewegung hin zum Herstellen temporärer „ modellhaften Konstruktionen“ von möglichen
Wahrnehmungsräumen und Lebensrealitäten vorherrscht.

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The forgotten forms_empty form_empty action_the surreal public constructivist happening

During my researchs in the library of the University for Applied Arts in Vienna, I coincidally ran into some books, monographies and catalogues, depicting works of constructivist painters(1). These artists had been studying during the 20ies and 30ies at the University for Applied Arts. Back then the students where influenced by the strong international movement of the so-called “constructivism”. They mixed up a very abstract hard-edge style of painting with a social-revolutionary political attitude.

Their aim was the improvement of social life through aesthetic interventions in private life like designing furniture and interiours of architecutral livings-spaces as well as interventions in the public (“Kunst am Bau”) .
Nonetheless, most of them got struck by most artist’s destiny. Their names and artistic works were forgotten over the decades of the 20th century, hidden in the dark cornes of the University for Applied Arts. So, the idea of “re-actualizing” their works came into my mind. I asked some of my friends- most painters and artists by themselves, to choose isolated, single Forms out of paintings depicted in the books. I asked myself: What could be the most contrary way of showing these forms to the people of today? So I transformed every form to a large “Banner” which could be used in a public demonstration-like walk. I invited my friends who had choosen those forms to take part in a walk through Vienna to show these banners to the people on the streets. From the dark and dusty library-shelfes out into a sunny afternoon on the streets of Vienna.

Another aspect wich interested me was the questioning of the medium of the “political demonstration” in its form as an aesthetic display. The primary intention of using this medium is to transport a message, a “true and unambiguous” statement to the public. But often, when I accidentally ran into demonstrations or while visiting these manifestations on purpose as a supporter of the claimed collective wishes and desires, I was confused. Taking part in the austrian student-protests in 2009, I was disappointed.

Though polyphony and and a variety of differing opinions and attitudes is without any doubt a quality and indicator for a democracy, the protests seemed to me merely like a dadaistic decontruction of any senseful message, polyphony turned into cacophony. The whole movement during the demonstration seemed to me more like “late-capitalistic bunch of somehow frustrated youths, an accumulation of multidirected and blurred sings of fashionable desires.

So what, If you organize a demonstation, create banners cleared from any meaning, from any sense? How will people confronted on the streets react? Is it possible to analyze this medium in it’s function as an aestheic and formal display of information? Even this question drived me to realize this project.

(1)

Erika Giovanna Klien
(12 April 1900 – 19 July 1957)

Lajos Kassak
(* 21. März 1887 in Érsekujvár,
heute Nové Zámky, Slowakei; † 22. Juli 1967 in Budapest)

Karl Steiner
(* 24. Juli 1902 in Neunkirchen, Niederösterreich;
1. Juli 1981 in Bourg-Blanc, Frankreich)

P5150402P5150459das öffentliche herumtragen diverser formen 9das öffentliche herumtragen diverser formen 11das öffentliche herumtragen diverser formen 12 das öffentliche herumtragen diverser formen 13das öffentliche herumtragen diverser formen 14 das öffentliche herumtragen diverser formen 15 das öffentliche herumtragen diverser formen 16 das öffentliche herumtragen diverser formen 17 das öffentliche herumtragen diverser formen 18 das öffentliche herumtragen diverser formen 19 das öffentliche herumtragen diverser formen 20Thanks to:

Martha Masternak, Christian Schlechter, Theresa Novotny, Markus Proschek, Rudi Cotroneo, Lukas  Janitsch, Angela Strohberger, Doris Strohberger, Daniel Nicely Reis, Matthias Klien, Ines Hochgerner, Thiemo Striebel, Emre Tamer,

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