Konzept für Arbeitsstipendium Stadt Wien 2022

Peter Fritzenwallner
Performance/Skulptur/Installation:

Titel:
SEEING YOU LYING ON THIS COLD CONCRETE FLOOR,
MY HEART BEATS COMPASSIONATELY FOR YOU,
POOR GADGETS. (TRAGEDY OF THE COMMONS.)

Einführung und Kontext des Projektvorhabens:


Wenn ich auf den Straßen Wiens unterwegs bin, sehe ich sehr oft Leih-Elektro-Scooter herumstehen und liegen, an Straßenecken, auf Gehsteigen, in Grünstreifen und auch schon mal in Gewässern wie dem Donaukanal. Oft sind sie beschädigt und ramponiert und machen einen fast mitleidsvollen Eindruck auf mich.

Dieses Phänomen der Zerstörung von Allgemeingut, bzw. dass sich also Leute gegenüber allgemein zugänglichen Dingen, Orten und Einrichtungen rücksichtslos verhalten, scheint keine Neuheit zu sein.

Das Problem spitzt sich aber zu – angesichts der massenhaft produzierten und kollektiv zugänglichen Hochtechnologie, die fast gratis permanent verfügbar erscheint, stellt sich bei mir ein Gefühl von Traurigkeit und Trostlosigkeit ein.


Denn dieselbe Gleichgültigkeit, welche den hochtechnologischen Materialien der Scooter entgegengebracht wird, – wird auch den Menschen welche diese herstellen entgegengebracht und die im Öffentlicher Raum herumliegenden „Technologieleichen“ verströmen einen Geruch des Niederganges und ich muss sagen, diese kaputten Roller haben dabei etwas „menschliches“ an sich, das bei mir eine Art „Mitgefühl“ auslöst.

Dieses Mitgefühl brachte mich auch auf die Idee für eine Art Mini-Oper, eine Performance/skulpturale Installation, die im Folgenden beschrieben wird:

Beschreibung der Performance / skulpturalen Installation:

Mehrere Rental-Scooters sowie eine Skulptur eines überdimensionierten, von mir aus Sperrholz und Metall gefertigten Scooters spielen die Rollen in einer Art Drama, ich spiele dabei die Rolle eines Start-Up-Unternehmers, eine weitere Performerin eine „chinesische Arbeiterin“.

Die Scooter bzw. die Scooter-Skulpturen erzählen als Protagonisten ( es ist noch nicht klar, ob ich in der Performance ihnen meine Stimme „leihe“ oder ob sie durch abgespielte Soundfiles sprechen bzw. singen werden), von ihren Erlebnissen in der Stadt und auch von den Arbeitern in den Fabriken, sowie auch von ihren Materialien aus denen sie gefertigt sind, von den Orten wo diese stammen.

Die Scooter klagen dabei einen Start-Up-Unternehmer sowie auch das Publikum der Performance/Ausstellungseröffnung an. Umgekehrt gehe ich als reuiger Start-Up-Unternehmer vor ihnen auf die Knie…

Zum skulpturalen Setting:

Es gibt Ideen für ein „Backdrop-Display“ in Form einer Reproduktion der Pietaszene von Michelangelo im Petersdom in Rom, (1498–99),
sowie einen Raumteiler in Form eines mit Arbeiterszenen und Straßenszenen bestickten Quilts.
Zentraler Bestandteil der Installation bildet ein überdimensioniert konstruierter E-Scooter aus lackiertem Sperrholz bzw. aus 3-gedruckten Teilen, dessen Batteriefach als zusätzliches Requisitendepot für die Performance dient.
Die Performance wird auch speziell für die Produktion einer Videoarbeit inszeniert, die dann in einem Ausstellungsraum gezeigt wird.

Diese Performance Installation soll 2022 an drei verschiedenen Orten in Wien performt, bzw. ausgestellt werden.

Performance 1 : Resselpark/Karlsplatz April 2022
Performance 2 : Gaudenzdorfer Stadtwildnis/ Brachwiesenfläche beim Margharetengürtel. Juni 2022
Ausstellung der Installation und Performance: nach Möglichkeit in einem/mehreren Ausstellungsräumen, geplant: KASKO Basel Sept. 2022 und Galerie 5020 Salzburg. Nov. 2022.

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